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Synchronous Technology

Der Begriff "Synchronous Technology" wurde von Siemens PLM Software für das CAD-System NX eingeführt. Er steht für die Kombination aus historienunabhängiger und feature-basierter digitaler Produktentwicklung. Das System bietet so die Flexibilität von direkter Modellierung (Explicit Modelling) und präziser parametrischen Konstruktion.
>>Größe und die Position einer bereits modellierten Geometrie können zu einem späteren Zeitpunkt im Konstruktionsprozess überarbeitet werden. „Live Rules“ erkennen grundsätzliche geometrische Eigenschaften automatisch und erhalten diese bei, während „Procedural Features" parameterbasierte Änderungen an Features wie Bohrungen oder Mustern ermöglichen.<<
Architektur der Synchronous Technology besteht aus drei Schichten:
- Parasolid CAD Kern - für die Topologie zuständig
- Constraint Solver D-Cubed - für das Management von Randbedingungen und Abhängigkeiten in Skizzen und 3D-Modellen
- Programmschicht mit den technologischen Grundlagen


Internationaler Begriff
Synchronous Technology

Synonym

Acronym

Beispiel
Die ersten CAD-Volumenmodelle waren reine geometrische Modelle. Die Zusammensetzung der Geometrieelemente eines Modells war definiert, deren konstruktiver Sinn war dem System aber nicht bekannt. Diese Bedeutung entstand erst wieder im Kopf des Betrachters.

Ende der 1980er Jahre entstanden die Parametrischen CAD-Systeme. Bei diesen Systemen wurde das Modell nun als eine Folge von parametrischen Features, die Beziehungen zueinander haben konnten, aufgebaut. Die Systeme besaßen einen Historienbaum, um die Zusammenhänge beschreiben. Es handelte sich um eine Art Protokoll der abgelaufenen Konstruktion, mit allen Beziehungen der Elemente zueinander.
Dadurch entstand ein intelligentes, virtuelles Produktmodell mit der Möglichkeit der Auswertbarkeit auf allen nachfolgenden Bearbeitungsstufen.
Dies hatte den Nachteil, dass Änderungen nicht so einfach an der 3D-Geometrie durchgeführt werden konnten, sondern mußten an der zugrunde liegenden Skizze umgesetzt werden. Das führte dazu, dass zwischen allen Beteiligten genaue Planungen und Regeln für die Erstellung eines CAD-Modells abgesprochen werden mußten, damit die Bearbeitung von unterschiedlichen Konstrukteuren durchgeführt werden konnten.

Die Synchronous Technology der Siemens PLM Software soll nun die Vorteile beider Technologien verbinden.
Der parametrische Systemkern Parasolid bildet im CAD-System NX die Basis. Darauf aufbauend befinden sich die Komponenten von D-Cubed, mit deren Hilfe das Constraint-Management realisiert wird. In der darüberliegenden Schicht befindet sich die Synchronous Technology- und darüber die Anwendungsschicht von NX. Durch diesen Programmaufbau ist nun die synchrone Berechnung und Lösung von Geometrie einschließlich Topologie, Regeln (Randbedingungen, Abhängigkeiten) und Logik (interne Erkennungsalgorithmen) möglich.
Die Synchronous Technology eraubt außerdem eine effiziente Wiederverwendung von Modellbereichen aus anderen, auch importierten CAD-Modellen mit den bekannten Windows-Funktionen- wie "Cut & Paste" oder "Drag & Drop".

Siehe auch
http://www.ugsplm.de/ueber_uns/presse/08/1208.shtml