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Produktlebenszyklusmanagement

"Product Lifecycle Management" ist ein Konzept/ eine Strategie (keine Software-Anwendung) zur Verwaltung aller produktbeschreibenden Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes hinweg. PLM untertützt wissensbasiert die Prozesse bezüglich der Produktentwicklung vom Entwurf bis zum Recycling.
Der Gedanke der hinter dem Product Lifecycle Management steht, hat sich über das Product Data Management aus dem ursprünglichen CIM-Konzept entwickelt. PLM geht aber über die Verwaltung von Produktdaten hinaus und beschreibt einen umfassenderen Prozess - der nicht nur Entwicklung und Konstruktion, sondern auch Einkauf, Fertigung, Montage, Service und Marketing beinhaltet.
Bei PLM wird das Bestreben nach einer digitalen Fertigung bzw. Fabrik im Zusammenhang mit dem Produktlebenszyklus betrachtet. Dabei spielt die Internettechnologie eine wesentliche Rolle als Kommunikationsplattform.
Die zwei zentralen Aspekte von PLM sind:
- Kontrolle und Steurung der Informationsflüsse
- Beeinflussung der Produkte und ihrer Gestaltung

Zur Zeit wird insbesondere die Integration von Berechnung und Simulation in die PLM Implementierung vorangetrieben. Ebenso wichtig ist die Einbeziehung der Elektrik-/Elektronik-Bereiche zur Bildung eines "Mechatronischen Gesamtsystems"

Eine weitere Definition des Begriffs "Product Lifecycle Management" geht auf den Lehrstuhl für Maschinenbauinformatik der Ruhr-Universität Bochum zurück:
"PLM ist eine integrierende Managementlösung für die Organisation, die Mitarbeiterressourcen, Prozesse, IT-Systeme sowie Produktdaten im Engineering entlang des gesamten Produktlebenszyklus. PLM darf nicht als IT-System verstanden werden. Dabei adressiert PLM nicht die operativen Engineering-Aufgaben, die durch Methoden und IT-Werkzeuge des Digital Engineerings (zum Beispiel 3D-CAD, CAM, Digital Factory et cetera) unterstützt werden, sondern die Management-Prozesse im Engineering. PLM stellt die Weiterentwicklung früherer, produktentwicklungsorientierter EDM-Ansätze aus den achziger Jahren und nachfolgender PDM-Methoden und -IT-Werkzeuge, welche die gesamte Produktentstehung umfassen, dar. Die PLM-Anwendung erstreckt sich - komplementär zum Digital Engineering- auf den gesamten Produktlebenszyklus und berücksichtig unternehmensübergreifend auch die Kooperation mit Zulieferern, Partnern und Kunden."

PLM-Lösungen sollen das Know-How von Produktentwicklung und Fertigung auf andere Bereiche und Abläufe eines Unternehmens ausweiten. Die Kopplung der technischen Cax-Anwendungen mit den Systemen des allgemeinen Geschäftprozess erfolgt mit Hilfe der eBusiness Technologien.

Presseinformation des sendler\circle, Mai 2004:
"
Liebensteiner Thesen
• Produkt Lifecycle Management (PLM) ist ein Konzept, kein System und keine (in sich abgeschlossene) Lösung.
• Zur Umsetzung/Realisierung eines PLM-Konzeptes werden Lösungskomponenten benötigt. Dazu zählen CAD, CAE, CAM, VR, PDM und andere Applikationen für den Produktentstehungsprozess.
• Auch Schnittstellen zu anderen Anwendungsbereichen wie ERP, SCM oder CRM sind Komponenten eines PLM-Konzeptes.
• PLM-Anbieter offerieren Komponenten und/oder Dienstleistungen zur Umsetzung von PLM Konzepten.
"


Internationaler Begriff
Product Lifecycle Management

Synonym

Acronym
PLM

Beispiel
Ein Ziel des "Product Lifecycle Management" ist unter anderem die überwachende Dokumentation der gesamten Lebenszeit eines Produktes vor den Anforderungen der Produkthaftungsgesetze, des Umweltschutzes und der Notwendigkeit des Recycling.

Siehe auch
http://www.sendlercircle.com/r_presse/02_06_04-1/PI Liebensteiner Thesen.htm